Gegensätze | global denken - lokal handeln



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Lieber Kai,
eine Baustelle mit einem schweren Bagger und einem Abrisshaus. Beide wirken wie Kontrahenten, die vor der nächsten Runde ihrer Auseinandersetzung stehen. Der Bagger erscheint mit seinen mächtigen Auslegern im Vergleich mit dem Gebäude, das schon erhebliche Schäden aufweist, im Vorteil. Offenbar hat er bereits Teile des Gebäudes in Schutt verwandelt. Die Umgebung scheint das Geschehen teilnahmslos zu begleiten. Das Auto, das vorbeihuscht, das Gründerjahre-Haus im Hintergrund und die stattlichen Bäume im Hintergrund.
Herzlichen Gruß, Ela

Liebe Ela,
vielen Dank für Deine Nachricht. Wie schön dass es nun einen freien Blick gibt auf das Haus im blassen Ocker. Bislang war der Blick auf dessen Fassade nur aus der Straẞenflucht heraus möglich. Mit dem Abriss entsteht die neue Perspektive aus größerer Distanz und der Möglichkeit, die Umgebung des Hauses ebenfalls wahrzunehmen. Auch für die Bewohner und Bewohnerinnen des Gebäudes weitet sich der Blick. Der Abriss von Häusern lässt immer wieder neue Blickachsen entstehen und dies innerhalb weniger Tage. In der Umkehrung geht der Verlust von Durchblick durch den Baufortschritt eines Neubaus in der Regel langsamer vonstatten.
Freundliche Grüße, Kai


Die Welt erschließt sich in Bildern, in Szenen, in Ensemblemen von Landschaft, Gebäuden, Gegenständen, Licht und Farben. Gesammelt wurde über 7 Jahre hinweg jede Woche jeweils eine Szene, die sich durch eine besondere Komposition auszeichnet.
Damit steht für jeden Tag des Jahres eine Szene zur Verfügung, die Ausgangspunkt für Assoziationen und Reflektionen sein kann. Die Szenen regen an, Fragen des Bestehenden und Zukünftigen innovativ anzugehen - Denken out of the box. Kai und Ela lassen uns an ihren Überlegungen teilhaben.

Projekt Gegensätze - Januar 2025