Gegensätze | global denken - lokal handeln





Vorheriger Tag...  -- 17. Oktober -- Nächster Tag...

 

Liebe Ela,
ein großes Backstein-Gebäude, auf das ein Schatten fällt und eine Statue im Vordergrund, eine Kombination, die überrascht. Es handelt sich ein mächtiges Gebäude, von dem vier Etagen sichtbar sind. Auf der einen Fassade befinden sich streng symmetrisch angeordnete Fenster, die den Charakter eines Bürogebäude vermitteln. Verhältnismäßig kleine Fenster, die identisch sind und keine individuellen Ausprägungen besitzen, wie es bei einem Wohnhaus zu erwarten wäre. Auf die zweite sichtbar Seite ohne jeden Fenster fällt der strenge Schatten eines schnörkellos Turms. Im Gegensatz dazu wirkt die Statue eines muskulösen Männer-Aktes wie aus einer antiken italienischen Umgebung künstlerisch gestaltet.
Freundliche Grüße, Kai

Lieber Kai,
vielen Dank für Deine Nachricht. Eine Ansicht, die viele Fragen aufwirft. Zunächst geht es um den Charakter des Gebäudes: Wohnhaus, Bürogebäude, industrielle oder gewerblichen Nutzung? Die Antwort fällt schwer, da nach Art und Stil sich nicht eindeutig beantworten lässt, wozu das Gebäude dient. Die Seitenfassade legt nahe, dass es Umbauten gab, die auch auf Umwidmung schließen lassen. Interessant sind auch die beiden anderen Elemente: offenbar gibt es in der Nähe einen Turm, der seinen Schatten auf das Gebäude wirft. In welchem Abstand mag er sich zum Gebäude bestehen. Wozu dient er? Steht er mit dem sichtbaren Bauwerk in Verbindung? Ebensolche Fragen, vielleicht in noch größerer Intensität drängen sich auf im Bezug auf die Statue, die aus der Zeit gefallen scheint und deren Bezug zu den Gebäuden vollkommen undurchsichtig ist.
Herzlichen Gruß, Ela


Die Welt erschließt sich in Bildern, in Szenen, in Ensemblemen von Landschaft, Gebäuden, Gegenständen, Licht und Farben. Gesammelt wurde über 7 Jahre hinweg jede Woche jeweils eine Szene, die sich durch eine besondere Komposition auszeichnet.
Damit steht für jeden Tag des Jahres eine Szene zur Verfügung, die Ausgangspunkt für Assoziationen und Reflektionen sein kann. Die Szenen regen an, Fragen des Bestehenden und Zukünftigen innovativ anzugehen - Denken out of the box. Kai und Ela lassen uns an ihren Überlegungen teilhaben.

Projekt Gegensätze - Januar 2025