Gegensätze | global denken - lokal handeln



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Lieber Kai,
ein Balkon als Bestandteil einer Hausfassade. Während die Mauern alt und grau wirken, ist der Balkon eine Insel ästhetischer Gestaltung: die inneren Wände sind gelb gestrichen, die Brüstung ist durch Pflanzen verschönert. Für Lebendigkeit ist gesorgt durch eine offene Tür zur Wohnung, die erahnen lässt, dass gleich jemand heraustritt. Gleichzeitig ist auch hier Nutzung und Abnutzung erkennbar: Kabel oder Drähte, die ohne Präzision verlegt sind, in die Jahre gekommene Fensterrahmen und Gardinen, die matt und grau wirken. Die Sonne ist so freundlich und lässt gerade den Balkon in hellem Licht erstrahlen.
Viele Grüße, Ela

Liebe Ela,
vielen Dank für Deine Nachricht. Die Szenerie hat etwas Anheimelndes. Gerade die Mischung zwischen sichtbarem Engagement, es schön machen zu wollen und den erkennbaren Mängeln wirkt zutiefst menschlich. Im Normalfall bewegt sich ein Zuhause in einer Balance zwischen Ordnung und Unordnung, Provisorium und Vollendetem, zwischen Vergehen und Beständigkeit. Ein Balkon ist ein Mikrokosmos für sich. Es ist ein Lebensraum als Teil einer Wohnung, der von außen einzusehen ist und dessen Gestaltung die Handschrift derer trägt, die dort wohnen. Ein Balkon ist dabei durchaus ein Privileg, weil viele Wohnungen gar keinen Zugang zur frischen Luft haben.
Herzlichen Gruß, Kai


Die Welt erschließt sich in Bildern, in Szenen, in Ensemblemen von Landschaft, Gebäuden, Gegenständen, Licht und Farben. Gesammelt wurde über 7 Jahre hinweg jede Woche jeweils eine Szene, die sich durch eine besondere Komposition auszeichnet.
Damit steht für jeden Tag des Jahres eine Szene zur Verfügung, die Ausgangspunkt für Assoziationen und Reflektionen sein kann. Die Szenen regen an, Fragen des Bestehenden und Zukünftigen innovativ anzugehen - Denken out of the box. Kai und Ela lassen uns an ihren Überlegungen teilhaben.

Projekt Gegensätze - Januar 2025