Gegensätze | global denken - lokal handeln



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Liebe Ela,
der Schatten eines Radfahrers auf dem Asphalt einer schmalen Straße. Die Sonne, so ergibt es sich aus der Verzerrung des Schattens, steht niedrig am Horizont. Trotz des niedrigen Standes hat sie eine große Kraft, sonst wäre der Schatten nicht so ausgeprägt. Der Schatten offenbart viele Details: Selbst der Bremshebel ist deutlich zu erkennen.
Der Unterschied zwischen Objekt und Spiegelbild, Objekt und Schatten ist ganz wesentlich. Es handelt sich um zwei wesenfremde Erscheinungen.
Herzliche Grüße, Kai

Lieber Kai,
vielen Dank für Deine Nachricht. Der Unterschied von Gegenstand und Schattenwurf ist ein interessantes erkenntnistheoretisches Phänomen. Der Schatten sorgt auf der Projektionsfläche für die Veränderung eines Faktors von vielen, nämlich der Helligkeit. Der Asphalt als Oberfläche hat ohne Veränderung Bestand. Es kann vorkommen, dass wir den Schatten für die Wirklichkeit halten. Eine Analyse des wahrgenommen Gegenstandes wird allerdings falsche Ergebnisse mit sich bringen. Vielleicht sind auch politische oder soziale Wahrnehmungen nur Schatten von Vorgängen, die sich auf ganz anderer Ebene abspielen.
Freundliche Grüße, Ela


Die Welt erschließt sich in Bildern, in Szenen, in Ensemblemen von Landschaft, Gebäuden, Gegenständen, Licht und Farben. Gesammelt wurde über 7 Jahre hinweg jede Woche jeweils eine Szene, die sich durch eine besondere Komposition auszeichnet.
Damit steht für jeden Tag des Jahres eine Szene zur Verfügung, die Ausgangspunkt für Assoziationen und Reflektionen sein kann. Die Szenen regen an, Fragen des Bestehenden und Zukünftigen innovativ anzugehen - Denken out of the box. Kai und Ela lassen uns an ihren Überlegungen teilhaben.

Projekt Gegensätze - Januar 2025