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Lieber Kai,
ein gerodetes Waldstück, nur im Hintergrund stehen noch einige Bäume. Auf der Fläche sind nur noch Stümpfe zu erkennen. Der Waldboden ist von der Rodung gezeichnet - Holzreste, Späne verdecken vielleicht früher vorhandenen Bewuchs. Am Rand der Schotter-Fahrbahn eine Wand aus Stämmen, auf einheitliche Länge gebracht, fertiggemacht und hingelegt zur baldigen Deportation. Insgesamt ein Bild der Zerstörung, einer Gewalttat. Darüber der blaue, mit Wolken betupfte unschuldige Himmel.
Freundliche Grüße, Ela
Liebe Ela,
vielen Dank für Deine Nachricht. Die Rodungen sind nur Folge einer noch umfassenderen Entwicklung. Trockenjahre, in denen es nur deutlich geringere Niederschläge gab, sorgten für den Befall der Bäume durch den Borkenkäfer. Die Insekten schädigten die Bäume so, dass sie abstarben. Betroffen waren vor allem Nadelbäume. Die Areale mit toten Bäumen konnten nicht sich selbst überlassen werden. Es wurde in den meisten Fällen entschieden, die Flächen zu roden und für Neubepflanzungen vorzubereiten. So sehen wir hier einen Zwischenschritt. Der Höhepunkt der Zerstörung ist erreicht. Das Ausmaß des Baumsterbens wird sichtbar. Das Ausbleiben von Regen wirkt sich gravierend aus. Vielleicht wäre es sinnvoll, die Folgen des Klimawandels in einem Museum zu dokumentieren. Bilder vom Waldsterben, von Überflutungen, Niedrigwasser an Flüssen, Schmelzen des ewigen Eises in Hochgebirgen und in der Arktis und Antarktis.
Viele Grüße, Kai