Gegensätze | global denken - lokal handeln





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Liebe Ela,
ein breiter Fluss mit einem Höhenzug im Hintergrund. Die Strömung verursacht auf der Wasseroberfläche an manchen Stellen ein Kräuseln. Ein Schiff ist nicht zu sehen. Am rechten Ufer, das im Schatten liegt, befindet sich eine Anlegestelle, was auf Schiffverkehr hinweist. Die Perspektive lässt fast auf einen See statt eines Flusses schließen. Der Höhenzug besteht aus mehreren Erhebungen und zeigt eine üppige Vegetation, deren Grün von der Sonne angestrahlt wird. Über allem thront ein blauer Himmel mit einigen wenigen Schleierwolken. Der Strom wirkt in seinen Ausmaßen mächtig.
Herzlichen Gruß, Kai

Lieber Kai,
vielen Dank für Deine Nachricht. Ein breiter Strom. Auch dieser Anblick mag immer weniger selbstverständlich werden. Im Zuge des Klimawandels sinken die Flusspegel. Immer häufiger wird Niedrigwasser gemeldet. Der niedrige Pegel macht Uferbefestigungen und immer weitere Teile des Flussbettes sichtbar. Der Wasserführende Bereiche werden schmaler. Die Schiffe können nur noch teilbeladen werden. So ragen sie hoch über die Wasseroberfläche hinaus, ganz anders als in früheren Zeiten, als die Kähne tief im Wasser lagen. So droht wie beim Wald ein vertrauter und liebgewonnener Anblick zu verschwinden, vielleicht sogar auf Dauer. Die Folge beim Betrachter oder der Betrachterin kann Solastalgie sein, der Schmerz, wenn die vertraute natürliche Umgebung zerstört ist.
Freundliche Grüße, Ela


Die Welt erschließt sich in Bildern, in Szenen, in Ensemblemen von Landschaft, Gebäuden, Gegenständen, Licht und Farben. Gesammelt wurde über 7 Jahre hinweg jede Woche jeweils eine Szene, die sich durch eine besondere Komposition auszeichnet.
Damit steht für jeden Tag des Jahres eine Szene zur Verfügung, die Ausgangspunkt für Assoziationen und Reflektionen sein kann. Die Szenen regen an, Fragen des Bestehenden und Zukünftigen innovativ anzugehen - Denken out of the box. Kai und Ela lassen uns an ihren Überlegungen teilhaben.

Projekt Gegensätze - Januar 2025