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Lieber Kai,
die vergangene Blüte einer Pflanze. Der Form nach wird es sich um einen Korbblüter handeln. Die jetzt sichtbaren verdorrten Fasern waren sicher einmal voller Vitalität gewesen, grüne Blätter mit Saft und Kraft. Aus dem Stengel zweigen zunächst seitliche schmale Blätter ab, dann die festeren Blätter, die vielleicht in ganz anderen Farben geleuchtet haben, schließlich das Fasergewirr im Inneren wie ein Nest aus feinadrigem Gewebe, vielleicht fast wie Baumwolle. Alles wirkt wie entfärbt vor dem Hintergrund frischen Grüns mit violetten Blüten.
Viele Grüße, Ela
Liebe Ela,
vielen Dank für Deine Nachricht. Die Natur verfährt in ganz besonderen Modi. Das Ziel der Arterhaltung wird mit hohem Aufwand betrieben und zeitigt sehr unterschiedliche Lösungen. Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass alle Details einer Pflanze sich im Rahmen einer in sich kohärenten Logik entwickeln,, nach geradezu göttlichen Bauplänen. Das schließt mit ein, dass enorm aufwändige, geradezu im höchsten Maße verschwenderische Systeme entstehen, wie diese üppigen Blüten, die sich durch eine einzigartige Anrecht in ihrer Gestaltung auszeichnen. Hier wäre jedoch noch interessant zu erfahren, in welchem Stadium sich der Gesamtprozess befindet: Hat die Blüte ihre Arbeit schon restlos erledigt oder steht der wesentliche Schritt der Verbreitung von Samen zur Ansiedlung neuer Jungpflanzen noch an?
Freundliche Grüße, Kai