Gegensätze | global denken - lokal handeln



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Lieber Kai,
die Fassade eines in die Jahre gekommenen Büro- oder Verwaltungs-Gebäudes am Abend oder in der Nacht. Fensterrahmen mit Alurahmen wechseln sich ab mit Beton-Elementen. Viele der Fenster sind von außen liegenden Jalousien bedeckt, deren Lamellen vielfach Schäden aufweisen. Da, wo sie sichtbar sind, wirken die Räume verlassen. Innen scheint nur ein Flur beleuchtet, draußen wird das Gelände von einer Flutlicht-artigen Laterne in Licht getaucht. Gitter, Geländer und verwitterte Betonsockel bilden den Vordergrund. Alles scheint bereit für einen Abriss oder eine Sanierung. Vorne sind einige dürre Äste eines Baumes zu erkennen. Ein Stück Natur vor dem Grau des Betonkomplexes.
Herzlichen Gruß, Ela

Liebe Ela,
vielen Dank für Deine Nachricht. Eine Szenerie, in der ein Niedergang deutlich wird. Mit viel Aufwand errichtet, geht das Gebäude nun seiner Zerstörung entgegen. Alles zeugt davon, dass keine Hoffnung auf eine Wendung zum Erhalt besteht. Der Komplex ist abgeschrieben. Die wenigen Hinweise auf Leben oder einen fortgesetzten Betrieb wirken eher als Betätigung des Gesamteindrucks: Der einzelne beleuchtete Gang rechts oben dient dem Wachpersonal als Aktionsfläche, um die Ruine vor Gefahren zu sichern, zum Beispiel durch Vandalismus durch Personen, die sich von Leerständen angezogen fühlen.
Viele Grüße, Kai


Die Welt erschließt sich in Bildern, in Szenen, in Ensemblemen von Landschaft, Gebäuden, Gegenständen, Licht und Farben. Gesammelt wurde über 7 Jahre hinweg jede Woche jeweils eine Szene, die sich durch eine besondere Komposition auszeichnet.
Damit steht für jeden Tag des Jahres eine Szene zur Verfügung, die Ausgangspunkt für Assoziationen und Reflektionen sein kann. Die Szenen regen an, Fragen des Bestehenden und Zukünftigen innovativ anzugehen - Denken out of the box. Kai und Ela lassen uns an ihren Überlegungen teilhaben.

Projekt Gegensätze - Januar 2025