Gegensätze | global denken - lokal handeln



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Liebe Ela,
die obere Ecke eines Rohbaus und ein Baukran in intensiver Sonneneinstrahlung und unter blauem Himmel. Ein Schatten des Auslegers fällt auf ein Verschalungsbrett der entstehenden Dachkante. Der Prozess des Bauens ist geprägt durch Linearitäten und 90°-Winkel. Technik steht damit im Gegensatz zur Natur mit ihren Unregelmäßigkeiten, Kurven und Krümmungen. Aber beides verfügt über eine Ästhetik, die für Menschen zugänglich ist. Aufbau und Abriss sind mit Wachstum und Vergehen in der Natur vergleichbar.
Freundlichen Gruß, Kai

Lieber Kai,
vielen Dank für Deine Nachricht. Die strengen Symmetrien fallen ins Auge. Rechte Winkel und gerade Linien, mal vertikal, mal horizontal. Die beiden Objekte, der Kran und den Neubau stehen in einem besonderen Verhältnis zueinander. Beide profitieren voneinander. Der Neubau wäre ohne den Kran nicht in dieser Weise zu erichten. Der Kran verdankt seinerseits seine Existenz dem Bedarf an Neubauten. Das Gebäude entsteht aus dem Nichts und wird auf Dauer erhalten. Der Kran dagegen steht zu Beginn allein uns wird nach Vollendung der Baumaßnahme abgebaut, das heißt in Teile zerlegt und abtransportiert. Entsprechend ihrer unterschiedlichen Bestimmung wirken die beiden Elemente auch verschieden: der Neubau wirkt massiv, der Kran fligran.
Herzlichen Gruß, Ela


Die Welt erschließt sich in Bildern, in Szenen, in Ensemblemen von Landschaft, Gebäuden, Gegenständen, Licht und Farben. Gesammelt wurde über 7 Jahre hinweg jede Woche jeweils eine Szene, die sich durch eine besondere Komposition auszeichnet.
Damit steht für jeden Tag des Jahres eine Szene zur Verfügung, die Ausgangspunkt für Assoziationen und Reflektionen sein kann. Die Szenen regen an, Fragen des Bestehenden und Zukünftigen innovativ anzugehen - Denken out of the box. Kai und Ela lassen uns an ihren Überlegungen teilhaben.

Projekt Gegensätze - Januar 2025