Gegensätze | global denken - lokal handeln



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Lieber Kai,
ein Abschnitt eines Baumstammes, der der Verwitterung ausgesetzt ist. Zum Teil ist die borkige Rinde noch vorhanden, zum Teil ist sie abgeplatzt und läßt den Blick auf das Holz zu. In diesem haben sich durch die Austrocknung Risse ergeben, die parallel zu den Verformungen des Stammes verlaufen. Es ist kein Prozess des Verfaulens, sondern des Dehydrierens, der Vertrocknung. Auch sie eine Forn des Absterbens, aber mit einer ganz anderen Ästhetik.
Mal Wasser im Überfluss, mal Feuchtigkeit als zersetzende Kraft, mal der Entzug von Wasser als Lebensende.
Viele Grüße, Ela

Liebe Ela,
vielen Dank für Deine Nachricht. Ein schöner Baumstamm, gerade da, wo er rötlich schimmert. An manchen Stellen ist die Färbung verloren gegangen. Diese Stellen sind ergraut. Das Grau ist die Farbe des Alterns, wie die grauen Haare am menschlichen Körper. Glatte Oberflächen werden durch den Entzug von Feuchtigkeit faltig oder rissig. Einzelne kleine Öffnungen sind sichtbar. Vielleicht sind es Holzwaren, die innen ein Werk der Zerstörung beginnen, den Fraß von innen.
Viele Grüße, Kai


Die Welt erschließt sich in Bildern, in Szenen, in Ensemblemen von Landschaft, Gebäuden, Gegenständen, Licht und Farben. Gesammelt wurde über 7 Jahre hinweg jede Woche jeweils eine Szene, die sich durch eine besondere Komposition auszeichnet.
Damit steht für jeden Tag des Jahres eine Szene zur Verfügung, die Ausgangspunkt für Assoziationen und Reflektionen sein kann. Die Szenen regen an, Fragen des Bestehenden und Zukünftigen innovativ anzugehen - Denken out of the box. Kai und Ela lassen uns an ihren Überlegungen teilhaben.

Projekt Gegensätze - Januar 2025